Floorball / Unihockey Spielregeln

Gespielt wird Floorball in Vereinen, aber auch in Schulen erfreut sich die tolle Sportart immer größerer Beliebtheit. Allerdings handelt es sich bei Floorball nicht nur um einen Freizeitsport, sondern auch um eine Wettkampfsportart.

Beim Floorball gibt es unterschiedliche Varianten. Welche Variante gespielt wird, hängt unter anderem von der Anzahl der Spieler ab. Die angesagteste Variante ist aber die mit 5 Spielern pro Mannschaft plus Torwart. Diese Variante ist ähnlich dem Eishockey. Der große Unterschied liegt aber vor allem darin, dass weder eine teure Ausrüstung notwendig ist, noch muss man hier mit der körperlichen Härte rechnen.  

Floorball begeistert Spieler und Zuschauer gleichermaßen, da es hier vorrangig um technische Fertigkeiten und Raffinessen beim Spielen geht. Häufig wird in der Schule das sogenannte Floorball Mixed gespielt, denn hier können Mädchen und Jungen gemeinsam auf kleinere Tore ohne spezielle Torhüter spielen.

Es hat sich herausgestellt, dass Floorball einen echten Suchtcharakter hat, denn wer einmal gespielt hat, möchte nicht mehr darauf verzichten. Ein besonderer Vorteil des Floorballs liegt darin, dass die benötigte Ausrüstung zudem auch noch preiswert ist. 

Früher wurde Floorball auch Unihockey genannt und oftmals wird es beschrieben als Eishockey auf einem Handballfeld. Hierbei handelt es sich um eine Mannschaftssportart aus der Familie der Stockballspiele, die vom Hockey abstammt.

Auch wenn Floorball in der Halle gespielt wird, so ähnelt es dennoch mehr dem Eishockey. In beiden Spielen darf nämlich auch hinter dem Tor gespielt werden. Auch beim Floorball ist das gesamte Spielfeld mit einer Bande umgeben. Im Vergleich zum Feldhockey ist die Schaufel des Floorball Schlägers deutlich größer.

Geschichte des Floorballs 

Der Ursprung des Floorball liegt bereits in den 1950er Jahren. Hierbei handelte es sich im Prinzip um eine Sommervariante des Eishockeys. 1969 erreichte diese Sportart dann auch Europa. Gespielt wurde es zunächst in Schweden, Finnland und in der Schweiz. Zu diesem Zeitpunkt wurde Floorball aber noch Unihockey genannt.

Die nationalen Verbände dieser Länder gründeten dann 1986 die International Floorball Federation (IFF). 1980 trat Floorball dann auch in Deutschland seinen Siegeszug an. Ein schwedischer Sportartikel-Hersteller fing damit an, Floorball in deutschen Schulen und Vereinen einzuführen. Daraus resultierte die Gründung des Deutsche Unihockey Bundes e.V. in 1992. Die Verbreitung von Floorball ging rasant voran und schon 1996 konnte ein regelmäßiger Spielbetrieb verzeichnet werden. Es entstanden sowohl regionale als auch nationale Ligen für Herren-, Damen-, Jugend- und Kindermannschaften. 

Nach und nach wurde diese Sportart dann in mehreren Bundesländern in den Schulsport integriert. Auch an den Unis fand Floorball einen enormen hohen Anklang.

2009 folgte dann die Umbenennung des Dachverbandes von „Deutscher Unihockey Bund“ in „Floorball Verband Deutschland e.V“. Floorball kann inzwischen mit 10.000 Mitgliedern aufwarten. Angefangen beim Breiten- und Schulsport, bis hin zu Vereinen, Nationalmannschaften und Bundesligen

Diese Regeln gelten beim Floorball 

Das Regelwerk des Floorballs wurde im Grunde nach einem ganz einfachen Prinzip entwickelt, das lautet: „Was gefährlich wirkt, ist nicht gestattet“.

  • Der Ball nur bis maximal in Hüfthöhe berührt werden.
  • Die Schlägerschaufel sollte immer bodennah gehalten und darf maximal bis zur Hüfthöhe angehoben werden.
  • Der Ball darf auch mit dem Körper von Fuß bis Brust gespielt werden.
  • Es ist kein harter Köperkontakt erlaubt.
  • Beim Kampf um den Ball ist ein leichter Körperkontakt erlaubt.
  • Jederzeit darf unbegrenzt oft gewechselt werden.
  • Das Auswechseln vom Torhüter ist durch einen Feldspieler zulässig.
  • Hat der alte Spieler die Bande überwunden, darf der neue Spieler ins Feld.
  • Mit dem Schiedsrichter darf ausschließlich der Mannschaftkapitän diskutieren.
  • Das Spiel wird von insgesamt 2 Schiedsrichtern gepfiffen.

Floorball und die verschiedenen Varianten

Aktuell gibt es drei verschiedene Spielvarianten. Diese unterscheiden sich hinsichtlich der Spielfeldgröße, der Mannschaftsstärke und der Spielzeit.

Alle Varianten haben eines gemeinsam, denn sie werden alle mit einem leichten Schläger und einem gelochten Kunststoff-Ball gespielt. Es stehen sich 2 Mannschaften im Spiel gegenüber, die jeweils zum Ziel haben, so viele Bälle wie möglich ins gegnerische Tor zu schießen.

Diese 3 Spielvarianten sind besonders verbreitet 

Variante eins: Das Großfeld

Diese Spielart zählt zur Königsklasse des Floorballs und wird bereits seit vielen Jahren in Schweden, Finnland, Norwegen und der Schweiz gespielt. Die Publikumsresonanz ist hier besonders groß. Seit einigen Jahren gibt es in Deutschland eine Bundesliga, die nur die Großfeld Variante spielt.

Variante zwei: Das Kleinfeld

Auch bei der Kleinfeld-Variante wird sowohl mit großen Toren als auch mit einem ausgerüsteten Torhüter gespielt. In Deutschland werden in der Kleinfeld Variante sowohl regionale als auch überregionale Meisterschaften ausgetragen. Unterteilt sind die Spielklassen hier in Damen und Herren.

Variante drei: Das Mixed

Das Mixed wir auch Kleintor-Variante genannt und bezeichnet die optimale Variante für Einsteiger und für den Schul- und Vereinssport. Jungen und Mädchen bilden hierbei eine gemischte Mannschaft. Aus diesem Grund ist diese Variante auch gerade in Schulen so beliebt. Einen festen Torhüter gibt es hier nicht. Jeder Spieler ist somit für die Abdeckung des Tores mitverantwortlich. Auch beim Mixed finden regionale, überregionale Turniere und Meisterschaften statt. 

Unterschiedliche Regeln beim Groß- und Kleinfeld

In den regionalen und auch in den überregionalen Meisterschaften wird in Deutschland im überwiegenden Teil der Vereine im Kleinfeld gespielt. 

In Bezug auf das Spielfeld gibt es unterschiedliche Maße für das jeweilige Spielfeld. Beim Großfeld ist die Feldgröße 40 x 20 Meter und entspricht damit der Größe eines Handballfeldes.

Wie der Name schon erahnen lässt, ist das Kleinfeld etwas kleiner. Seine Feldmaße betragen 28 x 14 Meter. Beide Varianten lassen sich aufGrund ihrer Größe sehr gut drinnen spielen. 

Umgeben ist das Spielfeld von einer 50 cm hohen Bande. Diese dient als Sturzraum. Außerdem dürfen die Banden auch für aktive Pässe genutzt werden. Wirklich Ecken hat das Spielfeld nicht, denn diese sind abgerundet. 

Die Auswechselzonen stehen zum Wechsel der Spieler zur Verfügung. Beim Kleinfeld sind diese 6 m groß und beim Großfeld 10 m.

Die Tore, die am Ende des Spielfeldes stehen, sind beim Klein- und Großfeld gleich groß und haben die Maße 115 x 160 x 65 cm. Anders verhält es sich mit dem Tor für das Mixed, dieses ist lediglich 90 x 60 cm groß. Umgeben ist das Tor beim Kleinfeld von einem 3 x 4,5 Meter großen Torraum. Ähnlich wie beim Fußball bezeichnet diese Zone den Raum, in dem der Torwart den Ball mit den Händen berühren darf. 

Der Torraum der Großfeld Variante ist etwas größer und misst 4 x 5 Meter. Der sogenannte Schutzraum liegt vor dem Tor und darf von Feldspielern nicht betreten werden. Dieser Bereich ist 1 x 2,50 m groß. 

In der Regel sind die Kleintore entweder rot oder weiß gestrichen. Die meisten Modelle sind zudem zusammenklappbar. Die Tore für das Großfeld hingegen sind feste Modelle.

Der Zusammenhang zum Eishockey wird gerade durch die Tore schnell deutlich, denn auch hier stehen die Tore ein ganzes Stück von der Bande entfernt. Die Maße im Kleinfeld sind 2,35 Meter beim Großfeld sind es 2,85 Meter. Daher können die Spieler beim Floorball genau wie beim Eishockey auch hinter dem Tor spielen.

Solange dauern die Spiele in den einzelnen Floorball-Varianten

Insgesamt hat ein Spiel drei Spielabschnitte, die jeweils 20 Minuten dauern. Dazwischen liegen zwei Pausen mit je 10 Minuten. Beim Kleinfeld werden 2 x 20 Minuten gespielt und die Pause dauert hier nur 5 Minuten an.

Dann gibt es auch noch Unterschiede in der Zeitmessung. Die Zeitmessung beim Großfeld wird effektiv genannt. Beim Großfeld wird die Zeit bei jeder Unterbrechung gestoppt. Das bedeutet, dass ein solches Spiel tatsächlich sehr viel länger dauern kann. 

Beim Kleinfeld hingegen handelt es sich um reale Minuten, unabhängig von Unterbrechungen. 

Beim Mixed werden 2 x 15 Minuten gespielt. Hier dauert die Pause ebenfalls 5 Minuten. Hier wird die Spielzeit wie beim Großfeld effektiv gemessen.

Nach jedem Spielabschnitt werden die Seiten gewechselt. Pro Spiel hat jedes Team ein Timeout. Das Spiel wird bei jedem Pfiff dort weitergeführt, wo es angehalten wurde.

Bei einem Unentschieden wird die reguläre Spielzeit beim Großfeld um 10 Min. verlängert, und beim Kleinfeld um 5 Min. Sollte der Spielstand nach der Verlängerung immer noch unentschieden sein, können 5 Spieler jeder Mannschaft Strafstöße ausführen.

Die Spielerzahlen beim Floorball

Beim Kleinfeld besteht eine Mannschaft aus 3 Feldspielern und einem Torwart, beim Großfeld sind es 5 Feldspieler plus Torwart. Beim Kleinfeld dürfen 14 Spieler jeder Mannschaft angemeldet werden. Wegen der größeren Spielfeldfläche dürfen sich beim Großfeld insgesamt 20 Spieler anmelden.

Abgesehen vom Torwart hat jeder Spieler einen Stock. Dafür ist der Torwart mit einem Helm, Handschuhen und Bein-, Ellenbogen- und Brustpolstern ausgestattet. Diese Ausrüstung darf aber nicht die Abwehrfläche des Torwartes vergrößern. Der Ball darf innerhalb des Torraums berührt und geworfen werden

Beim Mixed spielen immer 2 männliche und 2 weibliche Spieler ohne festen Torhüter. Bei dieser Variante hat dafür jeder Spieler einen Schläger.

Floorball genauer erklärt

In diesen 3 Situationen wird der Ball beim Floorball neu angespielt, hierbei handelt es sich um den Bully, den Einschlag und den Freischlag.

Bully 

Der Bully kommt immer dann zum Einsatz, wenn entweder ein Spielabschnitt beginnt oder ein Tor gefallen ist. Zu diesem Zweck stehen sich 2 Spieler jeder Mannschaft an der Mittellinie gegenüber. Die Stöcke liegen dabei rechts und links neben dem Ball. Beim Ertönen des Pfiffs versuchen nun beide Spieler, den Ball zu erobern. 

Währenddessen befinden sich die anderen Spieler in ihrer jeweiligen Spielfeldhälfte. Dabei muss ein Abstand von 2 bzw. 3 Metern eingehalten werden. Auch wenn das Spiel unterbrochen wird, ohne dass der Schiedsrichter einen Freischlag oder Strafstoß gepfiffen hat. Das passiert zum Beispiel, wenn ein Tor verschoben wurde oder die Bande verrückt ist. Außerdem ist es erlaubt, mit einem Bully direkt ein Tor zu erzielen.

Einschlag

Sobald der Ball im Aus ist, also wenn er zum Beispiel das Feld verlassen hat, oder wenn er beispielsweise die Decke berührt hat, bekommt das Team den Ball, welches ihn nicht zuletzt berührt hat. Ausgeführt wird der Einschlag mit einer maximalen Entfernung von 1 bzw. 1,5 Meter von der Bande, dort wo der Ball das Feld verlassen hat. Die Gegner müssen während der Ausführung des Einschlages einen Mindestabstand einhalten. 

Freischlag

Sobald es zu einem Vergehen kommt, bekommt das betroffene Team einen Freischlag zugesprochen. Die Voraussetzung ist aber, dass das betroffene Team keinen Vorteil hat, falls das Spiel normal fortgeführt wird. Tritt ein solcher Fall ein, dann greift eine Vorteilsregel. 

Bei diesen Vergehen kann ein Freischlag erteilt werden: 

  • Wird der Stock eines Gegners blockiert, angehoben, gekickt o. ä.
  • Wenn der Stock über Hüft-Höhe angehoben wird
  • Falls es zu einem hartem Körperkontakt gegen Gegenspieler oder Spielfeld-Elemente gekommen ist
  • Stoßen, Schubsen oder Treten sind verboten. Ausnahme bildet hier: Schulter gegen Schulter
  • Festhalten des gegnerischen Stocks
  • Ball und/oder Fuß Kontakt über Kniehöhe
  • zwei Ball-Fußberührungen in Folge
  • Das Platzieren des Stockes zwischen den Füßen oder Beinen eines Gegners
  • Das Betreten eines Feldspielers in den Schutzraum
  • Der Torwart verlässt den Torraum während des Werfens des Balls
  • Wenn der Torwart den Ball vom Feld wirft oder schießt 
  • Der Ball wird länger 3 Sekunden vom Torwart gehalten
  • Wenn absichtlich ein Feldspieler an den eigenen Torwart abspielt
  • Absichtliche Zeitverzögerung

Ausgeführt wird der Freischlag dort, wo das Vergehen begangen wurde. Allerdings darf das nie hinter der gedachten Verlängerung der Torlinie sein. Zudem darf es auch nicht näher als 3,5 m am Schutzraum sein. Beim Kleinfeld beträgt dieser Abstand nur 2,5 Meter. 

Strafschuss

Ein Strafschuss wird dann erteilt, wenn ein Team ein schwerwiegendes Vergehen begannen hat. Dann wird diesem Team eine direkte Torchance zugesprochen. 

Das sind die möglichen Vergehen:

  • Das Vergehen hat eine direkte Torchance verhindert
  • Das Tor wird absichtlich verschoben, um ein Tor zu verhindern
  • Das absichtliche Spielen mit zu vielen Spielern, um ein Tor zu verhindern

Genau wie beim Eishockey wird der Strafstoß von der Mitte des Spielfeldes angepfiffen. Der Angreifer läuft von dort aus los und versucht ein Tor zu erzielen. Wichtig ist, dass der Spieler sich immer vorwärts bewegt. Der Ball darf dabei so oft berührt werden, wie nötig oder gewünscht. Die übrigen Spieler verharren in der Zwischenzeit in der Auswechselzone. Beim Anpfiff des Strafstoßes muss der Torwart auf der Torlinie stehen. Anschließend darf er sich in Richtung Angreifer bewegen. Hat der Torwart den Ball berührt, darf er vom Angreifer nicht mehr gespielt werden. 

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